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Stellungnahme zum Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz

Die Arbeitsgruppe „Vernetzung Freiwilligendienste Brandenburg“ bezieht Stellung zum Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz. IN VIA Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit ist Mitglied dieser Arbeitsgruppe und teilt daher dieses Anliegen:

Stellungnahme zum Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer präsentierte am 23. Juli 2020 ihre Pläne für einen neuen „Freiwilligendienst“ im Heimatschutz. Unter dem Motto „Dein Jahr für Deutschland“ sollen ab April 2021 pro Jahr 1.000 Freiwillige eine 7-monatige militärische Grundausbildung erhalten. Wir Träger im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) und Bundesfreiwilligendienst (BFD) in Berlin und Brandenburg, mit mehr als 2.800 Freiwilligen pro Jahr, sehen in dem angekündigten Dienst bei der Bundeswehr keinen Freiwilligendienst im bisherigen Sinne und sprechen uns gegen eine unzureichende Differenzierung der Begrifflichkeiten aus.

Der Freiwilligendienst als Bildungs- und Orientierungsjahr

Die seit Jahrzehnten etablierten Formate FSJ, FÖJ und BFD haben den Begriff der Freiwilligendienste geprägt und stehen seit jeher in zivilgesellschaftlichem Zusammenhang. Freiwillige leisten im FSJ, FÖJ und BFD einen hohen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und Gemeinsinn. Dies gelingt gerade auch deshalb, da wir auf das Prinzip des freiwilligen Engagements bauen und den verpflichtenden Charakter eines solchen Dienstes ablehnen. Zu welchem Ergebnis der Dienst führt, entscheiden die engagierten Personen selbst. Gewinnbringend für beide Seiten ist soziales Engagement dann, wenn der Dienst als Bildungs- und Orientierungsjahr gestaltet ist und neben Bildungsseminaren auch eine persönliche und individuelle Begleitung beinhaltet. Dieser Schwerpunkt fehlt im neuen „Freiwilligendienstformat“ der Bundeswehr gänzlich.

Die Arbeitsmarktneutralität von Freiwilligendiensten

Arbeitsmarktneutralität ist eine zentrale gesetzliche und zuwendungsrechtliche Vorgabe zur Ausgestaltung der Freiwilligendienste. Freiwillige übernehmen zusätzliche Tätigkeiten und ersetzen keine hauptamtlichen Kräfte. Der geplante Dienst „Dein Jahr für Deutschland“ wirft Fragen der Arbeitsmarktneutralität in den Freiwilligendiensten auf, da durch den Erwerb einer Grundausbildung die Abgrenzung von bürgerschaftlichem Engagement und beruflicher Tätigkeit nicht klar gegeben scheint.

Die Anerkennung der bestehenden Freiwilligendienste und der Freiwilligen

Wenngleich monetäre Anreize im Freiwilligendienst nicht im Vordergrund stehen, bedarf es ausreichender und gesicherter finanzieller Mittel, um auch Menschen einen Freiwilligendienst zu ermöglichen, die nicht auf familiäre Unterstützung und eigene finanzielle Ressourcen zurückgreifen können. Auf Landes- und Bundesebene setzen sich Träger im FSJ, FÖJ und BFD seit Jahren für eine kostenlose Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel für die Freiwilligen ein (#freiefahrtfuerfreiwillige), bislang ohne Erfolg. Mit hohen Werbeausgaben wird für den neuen militärischen Dienst geworben und es wird versucht, den freiwilligen Wehrdienst über monetäre Anreize für Jugendliche attraktiv zu machen, was ein Konkurrenzverhältnis schaffen kann.

Aus Träger-Sicht benötigt man zur Förderung von gesellschaftlichem Engagement keinen neuen Dienst bei der Bundeswehr sondern mehr Anerkennung und Wertschätzung gegenüber den Menschen, die in den etablierten Freiwilligendienstformaten aktiv sind und sich für das Gemeinwohl in den Bereichen der Altenhilfe, der Gesundheit, der Bildung, des Rettungsdienstes und der Behinderten- und Jugendhilfe, der Kultur, der Ökologie und des Sports engagieren. Eine Diskussion über Möglichkeiten, die bestehenden und seit langem erfolgreichen zivilgesellschaftlichen Freiwilligendienste gemeinsam zu stärken und attraktiver zu gestalten, ist aus unserer Sicht bedeutsam. Auch in Bezug auf ehrenamtliches soziales Engagement gilt – mit und ohne Corona-Virus: Klatschen reicht nicht.

Stellungnahme zum Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz_01.04.2021

Fastenaktion des Bistums „Geben gibt…“

In der diesjährigen Fastenzeit orientiert sich das Erzbistum Berlin an den sieben Werken der Barmherzigkeit. Unter dem Motto „Geben gibt…“ wird in jeder Woche ein Projekt vorgestellt. In dieser Woche ist es die IN VIA Bahnhofsmission am Ostbahnhof.

Bitte vormerken: Die Andacht am Samstag wird von Helfer*innen der Bahnhofsmission gestaltet und über die Bistumsseite ausgestrahlt.

Pressemeldung – Gerechte Chancen für Mädchen und Frauen

IN VIA fordert gleiche Entlohnung von Frauen und Männern sowie faire Aufteilung von Sorgearbeit

Freiburg, 8. März 2021. Anlässlich des Internationalen Frauentags macht IN VIA Deutschland auf die nach wie vor bestehenden gravierenden Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen aufmerksam. Zudem müssen Frauen und Männer Erwerbs- und Sorgearbeit verbinden können. Hierfür sind sowohl gesetzliche als auch betriebliche Rahmenbedingungen notwendig.

Der deutsche Arbeitsmarkt ist nach wie vor nicht geschlechtergerecht. Laut Statistischem Bundesamt liegt die Lohnlücke 2019 bei 19 Prozent. Im Vergleich mit anderen EU-Staaten liegt Deutschland hier auf dem drittletzten Platz.

„Schon bei der Berufswahl von Mädchen und jungen Frauen zeigt sich, dass sie trotz besserer Schulbildung tendenziell Berufe mit schlechterer Bezahlung und geringeren Aufstiegschancen wählen. Die Benachteiligung in der Biografie setzt sich fort, wenn Frauen berufliche Auszeiten nehmen oder ihre Arbeitszeit reduzieren, um Kinder zu betreuen bzw. Angehörige zu pflegen, und oftmals endet sie in Altersarmut“, fasst Beate Gilles, Vorsitzende von IN VIA Deutschland, die Berufsbiografie zahlreicher Frauen zusammen. Sie fordert, dass Berufs- und Lebensorientierung in der Schule curricular verortet werden.

Die ungleiche Entlohnung ist jedoch nicht nur auf die gewählten Berufe, sondern auch auf ungerechte Strukturen zurückzuführen. Selbst bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit werden Frauen schlechter bezahlt. „Das 2018 in Kraft getretene Entgelttransparenzgesetz ermöglicht Mitarbeitenden Einsicht, wieviel Kolleg*innen in einer vergleichbaren Position verdienen. Dieses Vorgehen ist für Einzelne zu kompliziert.

Stattdessen müssen Betriebe gesetzlich verpflichtet werden, durch die Installation einer Software, die mit dem Lohn- und Gehaltsabrechnungssystem verknüpft ist, ungerechtfertigte Gehaltsunterschiede offenzulegen“, fordert Gilles.
Die ungleiche Verteilung von familiärer Sorgearbeit zeigt sich darin, dass vor allem Frauen den Beruf hintenanstellen, um Kinder zu betreuen bzw. Angehörige zu pflegen. Seit Beginn der Pandemie haben überwiegend Frauen zur Betreuung der Kinder und zur Organisation des Familienlebens beruflich zurückgesteckt bzw. enorme Zusatzbelastungen auf sich genommen. Über Anreize müssen Arbeitgeber*innen motiviert werden, flexible Zeit- und kreative Arbeitsmodelle einzuführen, die Frauen und Männern die Vereinbarung von Erwerbsarbeit und Kinderbetreuung bzw. Pflege ermöglichen.

Digitalisierungsprozesse dürfen die Chancenungerechtigkeit zwischen Männern und Frauen nicht verstärken, sondern müssen diskriminierungsfrei sein. „Es darf beispielsweise nicht passieren, dass bei der Personalauswahl eingesetzte algorithmische Systeme Lücken im Lebenslauf, z.B. Elternzeiten schlicht als Abwesenheit vom Arbeitsmarkt und damit negativ interpretieren“, so Gilles.

IN VIA Podcast – „Ungehört. Lichtenberger Frauen*stimmen“

Im Rahmen der Lichtenberger Frauenwoche (8. bis 13.März 2021)  „Lichtenberg in Frauen*hand – bis zur Gleichstellung“  ist der erste Podcast aus dem IN VIA Mädchen-und Frauentreff entstanden.

Wir haben unsere Besucherinnen nach ihrer Meinung zum Thema Gleichberechtigung gefragt und die Antworten in dem Podcast „Ungehört. Lichtenberger Frauen*stimmen“ zusammengefügt.

Zeit, das Richtige zu tun – Rashad, der Berater

Im Bundesfreiwilligendienst (BFD) engagieren sich junge und ältere Menschen für die Gesellschaft und tun so für sich und andere etwas Gutes.
Die von IN VIA im Erzbistum Berlin betreuten Freiwilligen arbeiten praxisnah z.B. in den Bereichen Pflege und Betreuung, pädagogische Begleitung, Kinderbetreuung, Hauswirtschaft oder technische Dienste. Begleitend werden im Rahmen des BFD Seminare und Bildungstage durchgeführt.
Ein schönes Beispiel:
Im Bundesfreiwilligendienst (BFD) engagieren sich junge und ältere Menschen für die Gesellschaft und tun so für sich und andere etwas Gutes.
Die von IN VIA im Erzbistum Berlin betreuten Freiwilligen arbeiten praxisnah z.B. in den Bereichen Pflege und Betreuung, pädagogische Begleitung, Kinderbetreuung, Hauswirtschaft oder technische Dienste. Begleitend werden im Rahmen des BFD Seminare und Bildungstage durchgeführt.
Ein schönes Beispiel: Rashad, der Berater.
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