Sowohl bei rbb 24 Brandenburg Aktuell als auch auf Radioeins berichtete der rbb über die aktuellen Debatten um ein Sexkaufverbot nach dem sogenannten „Nordischen Modell“. Dabei kamen politische Stimmen und Hilfsorganisationen zu Wort – darunter auch Margarete Muresan, Leiterin der IN VIA‑Fachberatungsstelle in Brandenburg.
In Brandenburg wird diskutiert, ob – nach skandinavischem Vorbild – künftig nicht mehr Sexarbeiterinnen, sondern ihre Kundschaft strafrechtlich verfolgt werden soll. Die CDU sieht darin ein Mittel, um Zwangsprostitution und Menschenhandel besser zu bekämpfen. Die SPD äußert hingegen Zweifel an der Wirksamkeit, und Beratungsstellen warnen vor Verschiebungen in verdeckte, unsichere Bereiche.
Margarete Muresan betont im Bericht, dass ein Sexkaufverbot die Lage der Betroffenen nicht automatisch verbessert, sondern möglicherweise unsichtbarer macht. Beratungsstellen beobachten seit Jahren, dass Sexarbeit sich zunehmend in Terminwohnungen oder versteckte private Räume verlagert. Dadurch werde es schwerer, Betroffene zu erreichen und frühzeitig Schutz anzubieten.
Muresan weist zudem darauf hin, dass Menschenhandel kein Phänomen von Straßenprostitution allein sei. Viele Betroffene befänden sich in komplexen Abhängigkeitsverhältnissen, und Hilfsangebote müssten niedrigschwellig erreichbar bleiben.
Wir freuen uns sehr, dass der rbb dieses sensible und hochaktuelle Thema aufgegriffen hat. Öffentliche Aufmerksamkeit ist entscheidend – nicht nur für die politische Debatte, sondern vor allem für die Menschen, die von Ausbeutung, Gewalt oder Menschenhandel betroffen sind.
Berichte wie dieser erinnern daran:
- dass Menschenhandel in Brandenburg existiert,
- dass Betroffene Schutz statt Stigmatisierung brauchen,
- und dass Maßnahmen nur wirksam sind, wenn sie die Lebensrealität der Menschen berücksichtigen, die sie betreffen.
Es ist gut, dass diese Berichte den Fachexpertinnen eine Stimme geben – und damit sichtbar machen, wie wichtig die Arbeit der Fachberatungsstellen ist.


