Vom 15. bis 22.08.2026 fand der erste Teil eines Jugendaustauschprojektes in Hamburg und Berlin statt, an dem der Jugendmigrationsdienst Café VIA teilnimmt. Organisiert wird der Austausch vom Kijuga e.V., einem Verein für internationale Jugendbegegnungen mit Fokus auf junge Menschen, die wenig Möglichkeiten haben zu reisen und an Begegnungsprojekten teilzunehmen. Partnerprojekt in Japan war CPAO, eine Einrichtung, die obdachlose junge Menschen, Waisen und junge Menschen in Krisen unterstützt und ihnen ein auch Wohnraum und Schlafmöglichkeiten bietet. Weiteres Partnerprojekt ist die MOTTE, ein Jugendzentrum aus Hamburg.
Vier junge Menschen aus dem Jugendmigrationsdienst reisten zuerst für drei Tage nach Hamburg begleitet von einer Sozialarbeiterin aus dem JMD. Dort traf die Gruppe auf zwei Jugendliche von der MOTTE aus Hamburg sowie fünf japanische Jugendlichen aus dem CPAO und der zuständigen Sozialarbeiterin. Begleitet wurde der Austausch von einer Fachkraft vom Kijuga e.V. und einer deutsch-japanischen Übersetzerin. Nach drei gemeinsamen Tagen in Hamburg ging es für alle zusammen weiter nach Berlin – mit vielen neuen Eindrücken und jeder Menge gemeinsamer Erlebnisse im Gepäck.
Im Mittelpunkt des Austauschs standen Comics und Animes also Themen, die viele junge Menschen begeistern und einen wunderbaren Ausgangspunkt bieten, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Während der ersten Projektphase in Deutschland lag der Schwerpunkt auf Comics und Graphic Novels. Die jungen Menschen konnten in drei verschiedenen Workshops angeleitet von Comiczeichner*innen aus unterschiedlichen Ländern Zeichenstyle kennenlernen und viel über Storytelling lernen. Außerdem wurde der Verlag von den MOSAIK-Comics in Berlin besucht. Neben den Fokus auf Comics, ging es natürlich auch darum die Orte Hamburg und Berlin zu entdecken. Dafür wurde eine Stadtralley in Hamburg organisiert und auch das Miniatur Wunderland besichtigt. Auch in Berlin hatten die japanischen Jugendlichen Zeit die Sehenswürdigkeiten der Stadt kennenzulernen und verschiedene Restaurants auszuprobieren sowie Orte zu entdecken, die ihnen die deutsche Gruppe gerne zeigen wollte. Gerade diese gemeinsamen Erkundungstouren machten den Austausch besonders: Was für die einen zum Alltag gehört, wurde für die anderen zu einer spannenden neuen Erfahrung. Lieblingsorte, Essensvorlieben und persönliche Geschichten wurden geteilt.
Der Abschlussabend wurde im Café VIA gefeiert mit gemeinsamem Kochen und Spielen. Neben der Austauschgruppe waren auch andere Besucher*innen vom Café VIA eingeladen, um die japanische Gruppe kennenzulernen. Während der gesamten Austauschwoche wurden außerdem jeden Morgen Sprachspiele angeleitet. So konnten die Jugendlichen die Sprache der anderen Gruppe lernen. Da im Jugendmigrationsdienst noch viele weitere Sprachen neben der deutschen Sprache vertreten sind, wurden auch diese Sprachen bei den Spielen einbezogen. Außerdem wurden verschiedene interkulturelle Methoden und Kennenlernspiele die Woche über gespielt.
Wie nachhaltig die gemeinsame Zeit war, zeigt besonders der Rückblick eines Jugendlichen aus dem Café VIA: „Ich fand es cool eine Kultur kennenzulernen, die normalerweise auf der anderen Seite des Planeten stattfindet und zu sehen, dass es doch sehr unterschiedlich sein kann, und trotzdem haben wir uns super verstanden und es gibt ja auch viele gleiche Interessen. Die japanische Kultur kannte ich nur durch Fernsehen und Anime und so und die Menschen dann aber in echt kennenzulernen, fand ich sehr spannend. Die sind alle so höflich. Es war cool denen Dinge zu zeigen in Berlin, die ich schon kenne und die für mich normal sind und dann zu sehen wie begeistert sie sind. Auch das Essen zu zeigen, was ich mag. Am Abreisetag sind wir alle extra um 6:30 aufgestanden, um uns zu verabschieden und es war sehr traurig. Aber wir haben schon besprochen, was wir alles in Japan zusammen machen, also Karaoke singen auf jeden Fall. Ich lerne jetzt auch japanisch auf Duolingo“.
Die Jugendlichen hatten eine wunderbare Zeit. Schon nach wenigen Tagen wurde darüber gesprochen, was sie alles zusammen in Japan machen wollen und wie sehr sich auf die nächste Phase freuen. Die japanischen Jugendlichen konnten kaum Englisch, sodass viel mit Google Übersetzer kommuniziert wurde. Das stellte aber kein Hindernis in der Kommunikation dar. Es entstanden Freundschaften, gemeinsame Pläne und die große Vorfreude auf ein Wiedersehen. Schon die erste Phase hat gezeigt, dass internationale Begegnungen weit mehr sind als ein gemeinsames Freizeitprogramm: Sie schaffen Raum für Neugier, gegenseitiges Verständnis und persönliche Entwicklung. Sie machen Mut, auf andere zuzugehen und Neues auszuprobieren.
Und die gemeinsame Geschichte ist noch nicht zu Ende! Die nächste Phase wird im August 2027 stattfinden, in der es für die Jugendlichen vom Café VIA dann nach Japan geht.


