Pressekonferenz: Veröffentlichung des Bundeskooperationskonzeptes „Schutz und Hilfen bei Handel mit und Ausbeutung von Kindern“

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Am 18. Oktober 2018, dem Europäischen Tag gegen Menschenhandel, stellte Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey das Konzept für eine engere Zusammenarbeit im Kinderschutz zur Bekämpfung von Menschenhandel mit Minderjährigen in Deutschland vor. Das Bundeskooperationskonzept ist eine mit der Praxis entwickelte Handlungsorientierung für Kommunen und Bundesländer.
Gemeinsam mit Dr. Dorothea Czarnecki (rechts im Bild), der stellvertretenden Geschäftsleiterin der Kinderschutzorganisation ECPAT Deutschland e.V. und federführenden Autorin des Kooperationskonzeptes, Stephan Strehlow, dem Dezernatsleiter Menschenhandel des LKA Berlin und Barbara Eritt (links im Bild) von der Fachberatungsstelle IN VIA stellte die Ministerin die Handlungsorientierung für eine vernetzte Zusammenarbeit von u.a. Polizei, Bundeskriminalamt, Jugendämtern, Jugendhilfe, Fachberatungsstellen und Kinderschutzambulanzen vor.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will verstärkt gegen den Menschenhandel mit Minderjährigen in Deutschland vorgehen. Kinder würden häufig nicht als Opfer von Ausbeutung und Menschenhandel erkannt, sagte Giffey am Donnerstag in Berlin bei der Vorstellung eines neuen Schutzkonzepts. Dieses soll dabei helfen, Institutionen und Fachkräfte zu vernetzen und Formen von Menschenhandel und Kindesausbeutung besser zu erkennen.

Laut Statistik des Bundeskriminalamts waren im vergangenen Jahr 171 Minderjährige Opfer von Menschenhandel. Dabei ging es vor allem um sexuelle Ausbeutung. Die Behörden gehen jedoch von einer viel höheren Dunkelziffer aus. Zahlreiche Fälle würden nicht erkannt oder die Hintergründe von Straftaten nicht verfolgt, hieß es.

Menschenhandel werde in der öffentlichen Wahrnehmung meist mit einem Grenzübertritt verbunden, erklärte die Bundesfamilienministerin. Das Thema betreffe aber auch Mädchen und Jungen in Deutschland. Giffey sprach von «moderner Sklaverei», der etwas entgegenzusetzen sei. «Wir müssen besser organisiert sein als die organisierte Kriminalität», sagte die Ministerin.